Haartransplantation

Allgemeines:

Um Ihre bevorstehende Haartransplantation optimal durchführen zu können, bitten wir Sie die folgenden Verhaltensmaßnahmen zu studieren. Sollten Sie Fragen haben, so stellen Sie diese bitte jederzeit entweder telefonisch oder im Rahmen der Beratungsgespräche.

Wir freuen uns über Ihr Interesse den Eingriff durch unser Team durchführen zu lassen.

Verhaltensmaßnahmen vor der Behandlung

  • Bitte nehmen Sie keinerlei Alkohol in den letzten 36 Stunden vor der Behandlung zu sich.
  • Bitte trinken Sie keinen Kaffee oder Cola 48 Stunden vor und nach der Behandlung.
  • Bitte vermeiden Sie Nikotin zumindest eine Woche vor dem Eingriff. Oder reduzieren sie den Zigarettenkonsum am Vortag des Eingriffes falls Sie das Rauchen nicht ganz einstellen können.
  • Bitte nehmen Sie keine Beruhigungsmittel am Behandlungstag. Falls erforderlich erhalten Sie diese durch uns.
  • Bitte nehmen Sie kein Aspirin oder andere acetylsalicylsäurehaltigen Medikamente 10 Tage vor und eine Woche nach der Behandlung ein.
  • Bitte waschen Sie Ihr Haar am Tag bzw. am Morgen des Eingriffes, benutzen Sie kein Haarspray und kein Festiger.
  • Bitte nehmen Sie am Morgen der Behandlung ein normales leichtes Frühstück zu sich.
  • Tragen Sie am Behandlungstag möglichst ein Hemd oder Kleidungsstück mit weitem Halsausschnitt, damit Ihre Transplantate beim An –und Ausziehen nicht durch ein zu enges Halsbündchen gefährdet werden.
  • Ihr Haar sollte zum Zeitpunkt der Behandlung nicht zu kurz geschnitten sein. Etwa 2-3 cm Länge sind nötig um die Entnahmestelle gut abdecken zu können.
  • Bitte massieren Sie sich in den Wochen vor dem Eingriff täglich kräftig den Hinterkopfbereich bis zum Nacken. Die dadurch bewirkte Lockerung der Kopfhaut erleichtert uns die Entnahme des Gewebes und das Schließen der Entnahmestelle.
  • Im Normalfall ist die Entnahmestelle nach dem vollständigen Verheilen nur an einer sehr feinen, ohnehin durch die Haare bedeckten Narbe erkennbar.
  • Der Eingriff dauert zwischen 3 und 5 Stunden.
  • Der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt. Entsprechend lassen Sie sich in unserer Praxis bringen, bzw. abholen.
  • Falls Sie nicht aus München kommen teilen Sie uns mit ob wir bei der Zimmerreservierung behilflich sein können.

Behandlungsablauf:

Zunächst wird in einem Vorgespräch nochmals Ihr aktueller Gesundheitszustand abgeklärt und das Behandlungsgebiet festgelegt. Anschließend nehmen Sie in einem bequemen Behandlungsstuhl Platz.

Im Entnahmebereich am Hinterkopf werden die Haare abgescheitelt und in örtlicher Betäubung ein Hautstreifen mit Haarwurzel entnommen. Die Ränder der Entnahmestelle werden zusammengezogen, was durch die Elastizität und Verschiebbarkeit der Kopfhaut leicht möglich ist und mit einer sehr feinen chirurgischen Naht verschlossen. Die zuvor abgescheitelten Haare bedecken diese Naht so dass die Entnahmestelle auch während des Heilungsprozesses nicht auffällt.

Parallel dazu werden die einzelnen „Grafts“ präpariert: der entnommene Streifen wird in viele Hunderte von einzelnen Transplantaten zerteilt, wobei ein Micrograft 1-2 Wurzeln enthält und ein Minigraft etwa 3-4 Haarwurzeln.

Das Ergebnis dieser fast schon mikroskopischen Arbeit sind winzige Hautinselchen mit einem Durchmesser zwischen 0,7 und 1,3 mm. Da jede einzelne Haarwurzel völlig intakt bleibt und von durchblutendem Gewebe umgeben ist, kann sie rasch wieder im Spendergebiet aufgenommen werden und durch den Wiederanschluss an die Durchblutung bleibt die Haarwurzel dadurch voll funktionsfähig.

Nun wird auf der Empfängerstelle und ebenfalls in örtlicher die entsprechende Anzahl von Aufnahmeöffnungen geschaffen. Die vorbereiteten Transplantate werden mit Pinzetten eingesetzt. Wenn alle Transplantate eingesetzt sind, ist die Behandlung selbst schon beendet.

Nach Möglichkeit sollten Sie sich im Anschluss noch 30 bis 60 Minuten entspannen. In der Regel ist kein Verband notwendig. Sie können dann die Heimreise antreten.

Ähnlich wie bei einer kleinen Schnittverletzung sorgt das Blut enthaltene Fibrin dazu, das das Implantat hält und sich die winzige Wunde rasch schließt.

Nach der Behandlung:

  • Die kleinen Krusten die sich auf der den Transplantaten bilden, werden innerhalb von 10-14 Tagen bei der Haarwäsche abfallen. Darunter sind zunächst rosa Punkte. Wenn diese Pünktchen mit dem Resthaar nicht abgedeckt werden können, dürfen Sie sie unbesorgt mit einem Abdeckstift unsichtbar machen. Die Entnahmestelle fällt nicht auf, da sie durch das Haar am Hinterkopf überdeckt wird.
  • Ab dem zweiten Tag nach der Transplantation, waschen Sie bitte Ihren gesamten Kopf täglich vorsichtig mit einem milden Shampoo (Babyshampoo). Innerhalb der ersten 10-14 Tagen werden dabei die Krusten abfallen. Sollten nach dieser Zeit noch Krusten auf dem Kopf sein, so können Sie diese vorsichtig aufweichen und entfernen. Nach 14 Tagen können sie wieder Ihr gewohntes Shampoo verwenden.
  • In den ersten 8 Tagen sollten Sie sich etwas vorsichtiger kämmen, damit die Zinken des Kammes oder der Bürste nicht in die Krusten kommen. Auch müssen Sie in den ersten Tagen auf Haarspray verzichten. Sie können aber ohne weiteres Ihr Haar über das behandelte Gebiet frisieren, bis transplantiertes Haar genügend Länge aufweist. Ansonsten gibt es keinerlei Einschränkungen. Vergessen Sie bitte nicht die kleinen Knoten am Anfang und Ende der Naht der Entnahmestelle. Der Faden soll am 10 Tag nach der Behandlung entfernt werden.
  • Das Entfernen des Faden ist sehr einfach. Mit einer Pinzette wird jede einzelne Schlinge des Fadens angehoben und nahe der Kopfhaut abgeschnitten. Die einzelnen Fadenstücke werden mit der Pinzette herausgezogen.
  • Durch die Lokalanästhesie ist die Entnahme als auch das Einsetzen der Transplantate schmerzlos. Sie werden lediglich die Stiche für die örtliche Betäubung spüren. Falls Sie zu den empfindlichen Patienten gehören, bitten Sie um Mitgabe von Schmerzmitteln und benutzen Sie kein Aspirin.
  • Schwellungen können als völlig natürliche Reaktion des Gewebes auftreten. Sie setzen meistens wenige Tage nach der Behandlung ein und können auch im Bereich der Stirn und der oberen Gesichtshälfte auftreten. Diese Schwellungen sind nicht mit Schmerzen verbunden und klingen nach wenigen Tagen ab. Im Falle von Schwellungen, erhalten Sie von uns ein Rezept für die entsprechenden antientzündlichen Tabletten.
  • Rechnen Sie grundsätzlich damit, dass Sie Ihr neues Haarwachstum erst ca. 12 Wochen nach der Verpflanzung bemerken werden. Der Grund: Die Ihnen versetzten Haarwurzeln verbliebenen Haarstoppeln werden oft (aber nicht immer), bedingt durch den kurzen Durchblutungs- und Sauerstoffmangel während des Eingriffes der ersten zwei Wochen, abgestoßen. Das ist eine ganz normale Reaktion die keinerlei Bedeutung für das Anwachsen der Haarwurzel selbst hat. Die Haarzwiebel baut jedoch ein neues Haar auf, welches nach etwa zwölf Wochen auf der Hautoberfläche sichtbar wird. Das normale Längenwachstum eines Haares beträgt zwischen 1,0 und 1,5 cm pro Monat. Demnach müssen sie etwa 16 Wochen Geduld aufbringen, bis der erste cm Haarwuchs aus allen umverpflanzten Wurzeln sichtbar ist. Ein Jahr nach der Behandlung ist das Haar dann etwa 9 cm lang und es wächst lebenslang weiter.
  • Das neue Haar wächst zunächst etwas gewellter als Ihr sonstiges Haar. Dies betrifft allerdings nur die ersten 4-5 cm. Wenn dieser Abschnitt nach dem ersten Friseurbesuch entfernt ist, wächst das Haar in Form, Farbe- und Struktur genauso weiter wie es bislang (Entnahme) bereits am Hinterkopf gewachsen ist. Bitte vermeiden Sie chemische Behandlungen (Färben, Dauerwellen ect.) ca. 8 Wochen bis sich das Kopfhaar wieder völlig beruhigt hat.
  • Auch wenn wir unseren Patienten bereits kahle Stellen wieder besiedeln und damit ein jüngeres Aussehen zurückgeben können: Wir können die Menge der vorhandenen Wurzeln nicht vermehren, wir können nur geschickt umverteilen. Den dichten Haarschopf eines 16-jährigen können wir nicht wieder herstellen. Auch müssen wir beim Einsetzen der einzelnen kleinen Transplantate Hautbrücken bzw. Zwischenräume belassen, damit die Wurzeln von umgebenem Gewebe her in die Durchblutung aufgenommen werden. Dies ist eine der wichtigsten Vorraussetzung für das sichere Anwachsen. Wird eine Transplantation in einem völlig kahlen Gebiet durchgeführt, so ist der Erfolg zunächst eine flächendeckende lichte Behaarung. Hier kann man in einer Folgebehandlung in die Zwischenräume transplantieren, so dass eine gute Haardichte erreicht werden kann. Weißt das behandelnde Areal noch eigenes Resthaar auf, so kann man in diese schütteren Stellen Transplantate einsetzen und wieder optische Dichte erzielen. Dennoch muss man sich dabei bewusst sein, dass Resthaar weiter ausfallen kann. Aber natürlich kann auch hier wieder durch Transplantate eine Verdichtung vornehmen.
  • Der Heilungsprozess ist bei jedem Typ unterschiedlich. Je nach Hauttyp dauert es ein bis drei Wochen bis die behandelten Stellen nicht mehr sichtbar sind. Eine Kontrolluntersuchung sollte 4 Monate nach der Erstbehandlung durchgeführt werden. Nach dieser Frist kann das Angehen des Haartransplantates beurteilt werden.
  • Mögliche Risiken: Wie bei jedem chirurgischen Eingriff ist die Möglichkeit einer Infektion nicht ganz auszuschließen. Sie ist jedoch bei einem von erfahrenem Team exakt durchgeführten Behandlung äußerst gering.
  • Gelegentlich treten kleinste Pickelchen auf. Meist handelt es sich hierbei um eingewachsene Haare, wie man es aus dem Bartbereich her kennt. Diese Pickelchen können durch eröffnen oder ausdrücken und anschließende Desinfektion wieder zum abklingen gebracht werden.
  • Das behandelnde Gebiet kann zeitweise durch eine Gefühlsverminderung beeinträchtigt sein. Dies entsteht dadurch, dass die feinen Nervennetze in Mitleidenschaft gezogen wurden und der neue Zusammenschluss einige Zeit in Anspruch nimmt. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, kann es maximal bis zu 9 Monaten dauern bis sich diese feinen Nerven regeneriert haben.
  • In den ersten drei Tagen nach der Transplantation sollte schwere körperliche Arbeit vermieden werden. Sport soll drei Wochen nicht durchgeführt werden. Das gleiche gilt für Sauna, Sonne und Solarium. Bitte 8 Wochen das Tragen von Helmen (Motorrad etc.) meiden.
Advertisements